Pressemitteilung: „Kunst und Bau“ ist wichtiger Baustein der Kulturförderung im Land

Lorenz Deutsch: „Skandalisierungsversuch durch den Bund der Steuerzahler allzu schlicht!“

Für den Neubau des Landesrechnungshofs in Düsseldorf wurde ein Wettbewerb für ein Kunstwerk im Eingangsbereich ausgeschrieben. Gewonnen hat ihn die Künstlerin Astrid Klein, ihr Wandteppich ist inzwischen vor Ort installiert.

Damit ist das Land NRW einer wichtigen Regelung im Kulturgesetzbuch nachgekommen, die in der „Richtlinie für Kunst und Bau bei herausgehobenen Baumaßnahmen des Landes Nordrhein-Westfalen“ konkretisiert ist. Ein Prozent der Baukosten bei Projekten über 15 Millionen Euro sind dort für die Kunst vorgesehen, bei einer Deckelung von 500.000,- €. Diese Vorgaben sind im aktuellen Fall sogar deutlich unterschritten worden.

Trotzdem gefällt sich der Bund der Steuerzahler nun in lautstarker Kritik. Er aktiviert damit bedauerlicherweise kunstfeindliche Reflexe, die offensichtlich in Kauf genommen werden, wenn man öffentlichkeitswirksam den Landesrechnungshof selbst skandalisieren kann.

Lorenz Deutsch, Vorsitzender des Kulturrats NRW, erklärt dazu: „Öffentliches Bauen kann nicht allein nacktem Pragmatismus folgen, der Staat trägt auch Verantwortung für die Gestaltung unserer gemeinsamen Räume. Damit ist nicht ansprechendes Dekor gemeint, sondern die Schaffung von Inspiration, Irritation und Identitätsstiftung. Darüber hinaus handelt es sich um ein traditionsreiches Instrument der Kunstförderung. Die im Kulturgesetzbuch festgelegte Selbstverpflichtung des Landes ist wichtig und wertvoll. Der Skandalisierungsversuch des Bundes der Steuerzahler wirkt dagegen schlicht und schlecht informiert.“

Peter Köddermann, Geschäftsführer Baukultur NRW, sagte: „Kunst und Bau ist die wohl öffentlichste Form der Kunstauseinandersetzung. Sie ist weit mehr als „Verschönerung“, denn sie führt zur Sensibilisierung, zur Wahrnehmung und zur Auseinandersetzung mit unserer gebauten Umwelt. Das sind Perspektiven, die in der seriellen Raumerzeugung immer mehr verloren gegangen sind. Aber, wir müssen lernen verantwortlicher mit unserer Umwelt umzugehen, denn alle Rahmenbedingungen für unsere Lebensräume verändern sich aktuell sehr umfassend und schnell. Klimawandel, Materialienverbrauch und der Umgang mit Beständen besitzen einen neuen Status Quo und Kunst und Bau leistet ihren Teil zu einem neuen Verständnis von Stadt.“

 

Lorenz Deutsch, Vorsitzender Kulturrat NRW
27.08.2025

Kontakt: presse@kulturrat-nrw.de / 0221-17898209

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