Der Literaturrat NRW wird 40! Lorenz Deutsch gratuliert unserem langjährigen Mitglied zum Jubiläum

Ein Festakt zwischen Würdigung und Mahnung

Mit einem ebenso festlichen wie nachdenklichen Abend hat der Literaturrat NRW sein 40-jähriges Bestehen gefeiert. Schauplatz des Jubiläums war die Düsseldorfer Zentralbibliothek. Vor Gästen aus Kultur, Politik und Literatur eröffneten Anja Bergmann und Jörg Albrecht vom Vorstand des Literaturrat NRW die Feierlichkeiten. In ihren Begrüßungsworten würdigten sie die Rolle des Literaturrats als wichtige Stimme der Literaturszene und als engagierten Akteur kulturpolitischer Debatten.

Die nordrhein-westfälische Ministerin für Kultur und Wissenschaft, Ina Brandes, hob in ihrem Grußwort die Bedeutung der Literatur für Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor. Sie betonte die Chancen und Leistungen der Literaturszene insbesondere im Bereich der Leseförderung und unterstrich deren zentrale Bedeutung für eine demokratische Gesellschaft.

Mit einem nachdenklichen Akzent knüpfte Lorenz Deutsch, Vorsitzender des Kulturrat NRW, an Ina Brandes an: Er machte deutlich, wie drängend das Problem des funktionellen Analphabetismus inzwischen geworden ist. Die Tatsache, dass fast jeder zehnte erwachsene Deutsche nicht ausreichend lesen und schreiben könne, sei eine Herausforderung, die Politik, Bildungseinrichtungen und Kulturschaffende gleichermaßen fordere.

Für die künstlerischen Höhepunkte des Abends sorgten Singer/Songwriter Juliane Blum, Keyboarder Lukas Lohner und Cellistin Kamilla Salem mit ihren Songs sowie die Schriftstellerin Jule Weber mit poetischen Texten. Die Beiträge verliehen der Jubiläumsfeier persönliche und zugleich reflektierende Noten.

Im Mittelpunkt des Festakts stand die Verleihung des LiteraturTalers 2026, mit dem der Literaturrat herausragendes Engagement für die Literatur in Nordrhein-Westfalen auszeichnet. Die Ehrung ging an Herbert Somplatzki, Schriftsteller, Mitinitiator des Literaturrat NRW und eine prägende Persönlichkeit der nordrhein-westfälischen Literaturszene. Dass Somplatzki in jungen Jahren auch als erfolgreicher Bodybuilder Bekanntheit erlangte, verleiht seiner Biografie eine ungewöhnliche Facette, die Michael Serrer, Ehrenvorsitzender des Literaturrats, in eine muntere Laudatio verwob. Mit seinem langjährigen Einsatz habe Somplatzki dazu beigetragen, die Literatur in Nordrhein-Westfalen sichtbar zu machen, mit sozialer Arbeit zu verknüpfen und ihre Akteure zu vernetzen. Zwischen Rückblick und Zukunftsfragen wurde spürbar, wie eng Literatur, Leseförderung und kulturelle Teilhabe miteinander verbunden sind – und wie wichtig Institutionen bleiben, die sich für diese Anliegen einsetzen.

Robert von Zahn
stellv. Vorsitzender Kulturrat NRW 

Foto: v. l. n. r.: Laudator Michael Serrer, Jörg Albrecht, Antje Deistler, Anja Bergmann (alle LIteraturRat NRW), Lorenz Deutsch (Vorstandsvorsitzender Kulturrat NRW), Herbert Somplatzki mit LiteraturTaler, Ina Brandes (Ministerin für Kultur und Wissenschaft NRW), Iuditha Balint, Gregor Seferenz, Rikarde Riedesel, Heiner Remmert (alle LiteraturRat NRW), Foto: Jörn Neumann

 

 

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