Bericht WDR 3 Forum – Talentförderung von Geflüchteten in NRW

Im Kleinen Sendesaal des Funkhauses spricht Miltiadis Oulios (links) mit Geflüchteten über den Erfolg nordrhein-westfälischer Kulturförderung an Geflüchtete. Wie funktioniert hier Talentförderung, fragen WDR3 und Kulturrat NRW.

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Basel Al Ali (2. von rechts) hat in Zusammenarbeit mit der LAG Soziokultureller Zentren NRW Workshops und kleine Feste mit DJs organisiert. Im Düsseldorfer ZAKK erhielt er mietfrei Räume für Veranstaltungen, in denen neu angekommene Musiker sich präsentieren konnten. Die LAG zeigte ihm auch, wie man Förderanträge stellt.

Ayham Nabuti (3. von links) wurde von der Landesmusikakademie NRW durch den Lehrgang für Musikpädagogen verschiedener Kulturen getrieben. Er lernte, wie eine deutsche Musikschule funktioniert, wie man eine Bewerbung schreibt, wie man ein Ensemble bildet: „Die Fortbildung hat viele Türen geöffnet.“ Er hat sich auf interkulturelle Workshops für Kinder im Bonner Raum spezialisiert.

Emil Hosh hat eine EP seiner Rockband Roaches veröffentlicht, begleitet vom Landesmusikrat NRW. In Syrien war die Toleranz gegenüber Metal Rock, langen Haaren und Piercing gering, nach seiner Flucht vor dem Krieg fühlte er sich nicht mehr als Musiker, doch nun schätzt er die Toleranz in NRW. Die Förderung motivierte ihn und eine Sozialarbeiterin der Diakonie sowie die Referentin des Landesmusikrats Sandra Hoch ermunterten ihn zur Bildung einer Band und unterstützten diese. Manchmal wollte er das Projekt aufgeben, doch jeder Auftritt führte die Roaches weiter. Inzwischen haben sie 20 Konzerte gespielt.

Jabbar Abdullah (rechts; NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste) arbeitete nach seiner Ankunft in Köln zunächst im Römisch-Germanischen Museum und organisierte dann mit anderen Ausstellungen zur Alltagskultur in Aleppo (Syrien). Die ersten Fördergelder erhielt Abdullah vom Erzbistum Köln, dann vom Kulturamt Köln und vom NRW Kultursekretariat. Aus Ägypten kannte er dieses System öffentlicher Kulturförderung nicht. Nun hat er es sich angeeignet und achtet vor allem auf Professionalität, Ernsthaftigkeit und hohe künstlerische Qualität.

Rony Haji Raschid (2. von links) macht in Marl eine Ausbildung zum Automatisierungstechniker. Parallel lernte er in Herten die Baglama. Ein Lehrer von der Musikschule Herten unterrichtete ihn im Rahmen eines Förderprogramms des Landesverbands der Musikschulen in NRW. Landesfinanziert ermöglicht das Programm „Heimat Musik“ Unterricht und Ensemble-Arbeit in ganz NRW.

„Wie schaffen Sie es, hier Musik zu machen, während in Syrien Menschen sterben?“, fragt Oulios. „Das Leben muss weitergehen“, meint Emil Hosh, „und wir wollen uns nicht isolieren.“ Basel Al Ali präsentiert gerade deshalb syrische Kultur und schafft Orte des Austauschs. Kann Musik Wunden heilen? Sie kann die Wunden zeigen und das hilft schon, so Hosh. Rony Haji Raschid möchte musikalische Geschichten erzählen, die das Geschehene verarbeiten. „Golden Kebab“ heißt die neue Band von Ayham Nabuti, der ständig musikalisch Neues macht. Er lernt durch die Musik und die Reaktionen darauf, wie die Menschen in diesem Land denken.
Jabbar Abdullah erinnert daran, dass die erste Phase der Unterdrückung durch das Regime schon eine Vernichtung für viele Künstler bedeutete, ohne dass sich die Welt dafür interessiert habe. Er will diese Phase schon vor des Erscheinens des „IS“ durch seine Ausstellungen in Erinnerung rufen.

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Ein Mitschnitt des Gesprächs wird zeitnah gesendet (Informationen dazu unter: https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr3/wdr3-forum/index.html).
Text: Robert von Zahn
Fotos: Landesmusikrat NRW
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