Landesregierung schließt Rahmenvereinbarung zum schulischen Ganztag mit Partnern vor allem des Kulturlebens

Mit der Unterzeichnung neuer Rahmenvereinbarungen im nordrhein-westfälischen Landtag am 5. Mai 2026 hat die Landesregierung die kulturelle Dimension des schulischen Ganztags deutlich gestärkt. Im Zentrum der Initiative steht der Anspruch, Ganztagsschulen nicht nur als Orte der Betreuung und Wissensvermittlung zu verstehen, sondern als lebendige Bildungsräume, in denen Kunst und Kultur eine tragende Rolle spielen. Die jetzt geschlossenen Vereinbarungen schaffen dafür eine verbindliche Grundlage und verankern kulturelle Bildung strukturell im Schulalltag.

Auffällig ist die Breite der beteiligten Partner aus dem Kulturbereich, was schon Jugendministerin Verena Schäffer und Schulministerin Dorothee Feller in ihrer gemeinsamen Begrüßung herausstellten. Neben Akteuren der Darstellenden Künste wurden auch Einrichtungen der Bildenden Kunst, Bibliotheken, der Landesmusikrat NRW sowie der Landesverband der Musikschulen in Nordrhein-Westfalen in die Kooperationen eingebunden. Damit entsteht ein dichtes Netzwerk, das unterschiedlichste künstlerische Sparten abdeckt und den Schulen vielfältige Zugänge eröffnet – von Theater- und Tanzprojekten über Ausstellungen und kreative Werkstätten bis hin zu Literatur- und Musikangeboten. Kulturministerin Ina Brandes betonte, wie wichtig es ist, möglichst frühzeitig Zugänge zu Kunst und Kultur zu schaffen und damit nachhaltige Teilhabe zu ermöglichen.

Die Rahmenvereinbarung setzen auch Zeichen für die freie Szene, die über ihre Vereinigungen im Kulturrat NRW organisiert ist. Für das Landesbüro für freie darstellende Künste unterzeichnete Julian Pfahl, für das NRW Landesbüro Tanz Henrike Kollmar eine Rahmenvereinbarung. Ihre Einbindung unterstreicht den politischen Willen, auch projektorientierte und oft flexibel arbeitende Kulturakteure langfristig in schulische Bildungsprozesse einzubinden. Theater und Tanz werden damit nicht mehr nur als punktuelle Projekte gedacht, sondern als kontinuierliche Bestandteile kultureller Bildung im Ganztag.

Auch die Kooperationen mit Einrichtungen der Bildenden Kunst eröffnen neue Perspektiven. Sie ermöglichen Schülerinnen und Schülern, sich praktisch mit künstlerischen Ausdrucksformen auseinanderzusetzen und eigene kreative Prozesse zu entwickeln. In Verbindung mit den Angeboten der Bibliotheken, die Räume für Lesen, Medienkompetenz und kulturelle Begegnung schaffen, entsteht ein erweitertes Verständnis von Bildung, das ästhetische Erfahrung und intellektuelle Auseinandersetzung miteinander verbindet.

Die Einbindung des Landesmusikrats NRW, vertreten durch Robert v. Zahn, und des Landesverbands der Musikschulen, vertreten durch Holger Müller, sichert zugleich die Qualität und Kontinuität musikalischer Angebote. Musik bleibt ein zentraler Bestandteil kultureller Bildung, wird jedoch in den neuen Vereinbarungen bewusst in einen größeren Zusammenhang gestellt: als Teil eines umfassenden kulturellen Ökosystems im Ganztag, in dem verschiedene Kunstformen gleichberechtigt nebeneinanderstehen und sich gegenseitig ergänzen. Es entstehen so besondere Chancen für Zeiträume, in denen künstlerische Prozesse intensiver und nachhaltiger gestaltet werden können, wie Kulturministerin Ina Brandes würdigte.

Die neuen Rahmenvereinbarungen stehen im Kontext des ab 2026 greifenden Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter. Mit dem Ausbau der Angebote wächst zugleich der Anspruch, den Ganztag qualitativ weiterzuentwickeln. Die stärkere Einbindung kultureller Partner ist dabei ein zentraler Schritt: Sie verwandelt den Ganztag in einen Ort, an dem kreative Praxis, kulturelle Bildung und schulisches Lernen eng miteinander verzahnt sind. So entsteht perspektivisch ein Ganztag, der nicht nur Wissen vermittelt, sondern kulturelle Erfahrungen ermöglicht, künstlerische Talente fördert und Räume für eigene Ausdrucksformen eröffnet.

Robert von Zahn
Geschäftsführender Vorstand Kulturrat NRW

Fotos: Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung zum schulischen Ganztag zwischen Landesregierung und Einrichtungen der Darstellenden Künste am 5. Mai 20267 im Landtag u.a. mit Julian Pfahl vom Landesbüro freie darstellende Künste NRW (r), Jugendministerin Verena Schäffer und Schulministerin Dorothee Feller (m) sowie Henrike Kollmar vom NRW Landesbüro Tanz und Kulturministerin Ina Brandes (r);

Rahmenvereinbarung zur Musik mit Holger Müller vom Landesverband der Musikschulen in NRW, Jugendministerin Verena Schäffer, Schulministerin Dorothee Feller, Robert v. Zahn vom Landesmusikrat NRW und Kulturministerin Ina Brandes;

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