Der Kulturrat NRW gedenkt eines großen Kulturgestalters
Johannes Rau nannte ihn einen „Streiter und Bettler“ für die Kultur. Für viele ist er auch und gerade nach seinem Tod einer der herausragenden Beispielgeber für gelingende Kulturpolitik. Mit seiner Perspektive „Kultur für alle“ war er Vorreiter für den Anspruch breiter kultureller Teilhabe. Mit seinen Debatten über die Bedeutung von Kultur und Kulturpolitik im sozialen Umfeld entwickelte er Bewusstsein für den Stellenwert kulturellen Schaffens und kultureller Institutionen. Mit seiner Fähigkeit, bedeutende Persönlichkeiten für seine Ideen zu begeistern, fand er wichtige Mitstreiter. Mit seinem Gespür dafür, dass ein Kunstklima entwickelt und gepflegt werden muss, setzte er Maßstäbe. Bei alledem hatte er immer Kunst und Kultur ganzheitlich im Blick. Ob Liedermacher, Theater, Ausstellungen, Literaturzirkus, Kino und Film, Architektur, moderne Kunst, Oper, alternative Kultur – alles gehörte für ihn zum kulturellen Nährboden. Und (fast) alles blieb nicht Theorie, sondern führte zu Realisierungen. Ein visionärer „Macher“.
Der Kulturrat NRW gedenkt mit hoher Achtung eines Kulturgestalters, der seine Wurzeln in der Kommunalpolitik hatte (Oberhausen, Frankfurt) und der mit seinen kulturpolitischen Ideen – nicht nur als Präsident des Goethe-Instituts – nationale und internationale Wirkung gefunden hat.
3.6.2018