Reaktion des Runden Tisches Diversität NRW auf die Veröffentlichung des Vergabeverfahrens der Fachstelle für transkulturelle Diversitätsentwicklung

Am 1. Juni 2022 wurde das Vergabeverfahren für eine „Fachstelle für transkulturelle Diversitätsentwicklung“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW veröffentlicht und die Ausschreibung auf dem Vergabeportal des Landes veröffentlicht.

Empfehlungen in Bezug auf die Konzeption einer solchen Stelle wurden bereits auf der zweiten digitalen Konferenz „Zukunft.KULTUR.NRW II“ des Kulturrats NRW in Kooperation mit dem NRW KULTURsekretariat im Dezember des Jahres 2021 von der AG Diversität formuliert. Die AG hatte sich nach der ersten Konferenz im Mai 2021 gegründet und Handlungsempfehlungen zum Thema Diversität erarbeitet.

Orientiert an diesem Dokument möchte der Runde Tisch Diversität NRW Wünsche und Empfehlungen in Bezug auf die Einrichtung und weitere Profilfindung einer solchen Fachstelle erneut aufgreifen und bekräftigen:

  • Die „Fachstelle für transkulturelle Diversitätsentwicklung“ zielt darauf ab, eine der diversen Zusammensetzung der Gesellschaft entsprechende Kulturentwicklung auszugestalten und durchzusetzen. Diversität sollte dabei in einem positiven Kontext gezeigt werden.
  • Ziel ist eine allgemein konsensfähige inhaltliche und personelle Aufstellung einer Fachstelle Diversität. Erstrebenswert ist im Sinne der Nachhaltigkeit und Kontinuität eine institutionelle Förderung für ein Landesbüro, damit die Projektfördermittel zukünftig auch über die Fachstelle vergeben werden können. Darüber sollte ein Budget für Veranstaltungen und Workshopformate zur Verfügung gestellt werden.
    Nach Abschluss des Vergabeverfahrens sollten zudem alle relevanten Institutionen und Akteur:innen in die weitere Profilfindung der Fachstelle einbezogen werden.
    Der Runde Tisch Diversität NRW bietet sich als Gesprächspartner für die Auswahl der einzubeziehenden Akteur:innen an.
  • In der Servicestelle sollten hauptamtliche Kräfte dauerhaft beschäftigt werden. Diese sollten divers und die Leitung mit einer eine:r sich als PoC positionierenden Akteur:in besetzt sein.​​​​​​​ Insgesamt ist die Beteiligung von Personen mit Migrationsgeschichte oder persons of colour aus unterschiedlichen Altersgruppen​​​​​​​ eine Voraussetzung für die Legitimität einer solchen Einrichtung.
    Die hauptamtlichen Kräfte koordinieren und greifen auf einen Beirat oder einen Pool von Expert:innen zu. Dieser Beirat oder Pool sollte ebenfalls divers und auch aus den Künstler:innenszene selbst besetzt sein. Die Arbeit der Beiratsmitglieder sollte angemessen vergütet werden. Zu ihren Aufgaben zählt u.a. das Aufsuchen von Kultureinrichtungen und Künstler:innenszenen und -gruppen sowie das Angebot von Fort- und Weiterbildungen.
  • Die Servicestelle Diversität arbeitet partizipativ und im Sinne der Diversität inklusiv, damit auch barrierefrei. Sie eröffnet Experimentierräume und bietet Offenheit gegenüber strukturellen Veränderungsprozessen an und lebt diese vor.
  • Die Servicestelle interagiert mit Fachstellen anderer Ministerien wie z.B. dem Kompetenzzentrum Integration des MKFFI. Sie wirkt in ihrer Arbeit dezentral.
  • Best-Practice-Modelle der kulturellen Förderung besonders auch in Hinblick auf sozial benachteiligte Quartiere sollten gesammelt, dokumentiert und verbreitet werden.
  • Die Arbeit der Servicestelle Diversität bedarf einer stetigen Qualitätskontrolle im Sinne von Evaluationen, in denen Anspruch und Umsetzung überprüft wird.
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