Am 15. Februar 2026 jährte sich der Todestag von Gerhart Baum, zuletzt 18 Jahre lang Vorsitzender des Kulturrats NRW, zum ersten Mal.
Vielen ist er
mit seiner Leidenschaft für unsere Demokratie und die Würde des Menschen noch unmittelbar präsent, oft ist die Frage zu hören, was er wohl zu aktuellen Entwicklungen sagen würde. Im Kulturrat NRW fehlt uns seine Expertise und Beratung, die er immer großzügig geteilt hat – mit Ansporn, Humor und immer optimistischem Kampfgeist.
Kultur war für Gerhart Baum ein unverzichtbarer Teil einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. Versuche, die Kunstfreiheit einzuschränken, hat er stets als Angriffe auf die Demokratie selbst begriffen. Die Kriegserfahrungen und seine politische Sozialisierung im Nachkriegsdeutschland haben ihn besonders feinfühlig gegen autoritäre Tendenzen und zu einem Vorkämpfer für Bürgerrechte, individuelle Freiheit und Selbstbestimmung gemacht.
Im Zentrum seines Engagements für Kunst und Kultur standen immer die einzelnen Künstler*innen, die optimale Förderung ihrer Arbeitsbedingungen und ihre Freiheit von Vorgaben durch eine zweckorientierte Kulturpolitik. Deren Aufgabe sah er immer in der Ermöglichung eines möglichst großen kreativen Freiraums.
Gerhart Baum fehlt uns – wir fühlen uns seinem Geist unvermindert verpflichtet.
Lorenz Deutsch, Vorsitzender des Kulturrats NRW
Hinweis:
Ein eindrückliches Beispiel für seine Überzeugungen und seinen Kämpfergeist ist seine Rede „Die Freiheit der Kunst“ anlässlich der Verleihung des „Kulturgroschens“ des Deutschen Kulturrates an ihn am 10.12.2019.
Hier erinnert er daran, dass „die Kunstfreiheit im Grundgesetz vorbehaltlos gewährleistet ist“, „die Kunst die Demokratie genauso braucht wie die Demokratie die Kunst, um sich entfalten zu können“ oder daran, dass „der Staat nur den Rahmen schaffen darf, in dem Kultur sich entwickelt, aber nicht in die künstlerische Freiheit der ausgewählten Personen eingegriffen werden darf“.